Blogparade Packe Deine Tüte! #BloggerFuerFluechtlinge #PackeDeineTuete

Nach neuesten Schätzungen können bis Jahresende 1,3 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland kommen. In Worten: Eins Komma Drei Millionen! Mein beschauliches Sachsen - Anhalt hat gerade mal 2 Millionen Einwohner. 

Diese krasse Zahl kann man sich als Normalo, glaube ich, gar nicht so vorstellen. Und all diese Menschen brauchen unsere Hilfe! Ich rede hier von all den Kriegsflüchtlingen aus Syrien, Irak, Afghanistan und so weiter. Menschen, die ihre Familien, ihren Beruf und ihr zu Hause aufgeben mussten. Quasi ihr Leben zurück lassen mussten, um ein neues zu starten, welches mit tausenden Hürden, abertausenden Schritten und hunderten Ängsten beginnt. 

Ich weiß nicht, wie es euch geht, doch ich kann mir diese Last und diese Verzweiflung nicht im geringsten Vorstellen. Ich finde es gut, dass Deutschland hilft, auch wenn zum Zeitpunkt die Grenzkontrollen wieder eingeführt wurden - irgendwie waren wir ja auf so einen Ansturm nicht vorbereitet. Wie auch?

Wie gesagt, ich komme aus Sachsen - Anhalt. Eines der Bundesländer, welches seit Monaten für Negativ - Schlagzeilen sorgt. Ein Brandanschlag hier, ein Brandanschlag dort, mittendrin Anpöbelungen, Beleidigungen und Tritte. Doch all das geschieht von einer Minderheit aus, die noch lernen müssen, dass Fremde keine Feinde sind. Viele von uns Deutschen helfen. Und da bin ich sehr stolz hier zu sein und all die Solidarität zu sehen. #Refugeeswelcome

Eine Lehrerin und auch vor einigen Tagen Radio Brocken hatten die Idee Schülern bzw Hörern ein ganz bestimmte Frage zu stellen. Und nun stelle ich sie mir und gebe sie weiter an euch.

Stell dir vor, Du kommst aus einem Kriegsland wie Syrien und du musst flüchten. Du hast nur eine einzige Plastiktüte, die Du mitnehmen kannst - Was packst du da hinein?

Ich habe damals die Umfrage geholt und bei manchen Antworten bekam ich Gänsehaut - bei anderen Wut.
Eine junge Mutter mit Kinderwagen antwortete zum Beispiel, dass sie natürlich Babysachen und Windeln mitnimmt, Nahrung für ihr kleines Mädchen - sie nimmt ja natürlich die Kleine mit - ihr Smartphone, Papiere, Geld. Dann sagte sie, während sie auf ihre Einkaufstüte voller Essen schaute, dass mehr in so eine Plaste Tüte ja gar nicht reinpasse. Danach sah sie nachdenklich auf ihr Baby und sagte "Vielleicht noch warme Klamotten, schließlich kommt ja bald der Winter."

Ein junges Mädchen antwortete mir, sie wolle ihren MP3 - Player, Cds und ihren Discman mitnehmen. Auf die Frage "Warum?" kam, dass sie gerne Musik höre. Auf dem Schlauchboot nach Kos kurz vorm Kentern oder was? Das Mädchen, vielleicht 17, hatte meiner Meinung nach, noch nicht ganz verstanden, was es heißt, fliehen zu müssen und alles zu verlieren. Doch vielleicht erreiche ich dich ja hiermit und du kannst dir nochmal überlegen, was es an überlebenswichtigen oder dringenderen Dingen gibt. Ich bin mir sicher, dass du das kannst.

Und hier kommt nun meine Antwort, was ich in meine Flucht - Tüte packen würde, müsste ich aus Deutschland fliehen.

  1. Smartphone (+ Ladekabel)
  2. Reisepass
  3. mein restliches Geld
  4. eine wiederverwendbare Wasserflasche
  5. Verbandszeug, Pflaster
  6. Tabletten gegen Durchfall und Fieber
  7. Brot
  8. ein Familienfoto
Ich glaube, es ist klar, warum das Smartphone an erster Stelle steht. Natürlich möchte ich versuchen, mit den Daheimgebliebenen im Kontakt zu bleiben. Oder noch viel wichtiger: Falls ich von meinen mitflüchtenden Verwandten oder Freunden getrennt werde, um raus zufinden, was mit ihnen passiert ist und wo sie sind. Außerdem ist es auch überlebenswichtig, um zuwissen was es aktuell für Neuigkeiten und Änderungen im Bezug auf den Krieg, Flucht und Asyl gibt. 

Reisepass und Geld brauch ich nicht weiter zuerklären, das ist ja klar. Mit gültigen Papieren ist das Asylverfahren ja um einiges vereinfacht. 

Und ab da könnte ich vielleicht schon meine Tüte zu machen, aber noch ist Platz. Also kommen auch eine Wasserflasche, Medikamente und Verbandszeug mit - schließlich ist so eine Flucht unberechenbar und gefährlich. 

Das Brot wäre für die ersten Tage.

Und gut, das Foto ist an sich nicht wichtig zum Überleben, aber so ein Stück Vergangenheit und Familie bräuchte ich einfach. Das könnte ja aber auch auf dem Smartphone gespeichert sein. 


Als nächstes sind mir warme Klamotten, Unterwäsche und eine Zahnbürste eingefallen - doch das passt nicht mehr in die Tüte.

Und nun seid ihr dran:
Packe deine Tüte! Ich möchte einfach für mehr Verständnis für Flüchtlinge sorgen und vor allem mit dem Vorurteil brechen, dass sie alles in den Arsch geschoben bekämen. Sie kriegen ihre Handys nicht vom Staat, sie fallen auch nicht vom Himmel, es ist einfach die letzte Verbindung zur Familie und Hoffnung. 

Mitmachen kann jeder, egal ob als Post, bei twitter oder Instagram. Tagged mich und kommentiert hier unter diesem Post. Wenn ihr weder einen Blog habt, noch in Social Media Kreisen unterwegs seid, dann könnt ihr auch einfach in den Kommentaren schreiben oder schreibt mir eine E - Mail und ich veröffentliche sie dann in euren Namen.

#BloggerFuerFluechtlinge #PackeDeineTuete Verwendet diese Hashtags, damit ich eure Beiträge finden kann. Ich bin gespannt.

Da es sich ja um keine normale Blogparade handelt, gibt es auch kein Enddatum. Ich möchte einfach nur ein Nachdenken auslösen und wissen, was ihr einpacken würdet.

Unter Blogger für Flüchtlinge findet ihr noch weitere Posts, Blogparaden und Infos zum Spenden.


Kommentare:

  1. Super schöner Beitrag.
    Ich sitze hier gerade und grübel, was ich denn mitnehmen würde.
    Ich habe sogar in den letzten Wochen schon öfters daran gedacht.
    Und vor einigen Monaten, als ich mich mit der Fluchtgeschichte meines Vaters und meiner Großmutter beschäftigte.
    Zweiter Weltkrieg.
    Hier und jetzt spontan könnte ich es nicht sagen.
    Und ehrlich gesagt bin ich froh, dass es große Rucksäcke gibt....
    Liebe Grüße,
    T. Hass

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    1. Ja, die Frage ist nicht so einfach ...
      Aber schön, dass du dir darüber schon Gedanken gemacht hast.
      Liebe Grüße

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