Reisen macht Spaß - auch allein

Da hatte ich doch groß verkündet, ich nehme auch an dieser Blogparade teil und was passiert? Es ist der 29.09. und ich stelle mit Schrecken fest, dass die ja morgen endet. Asche auf mein Haupt. 

Die Sissi hat auf dem Blog travel mart zu einer tollen Blogparade mit dem tollen Thema "Reisen macht Spaß - auch allein" aufgerufen. Viele andere haben schon mitgemacht und nun bin ich an der Reihe. Dazu werde ich mir jetzt mal ein paar Fragen stellen und sie euch beantworten.

There we go! #reisenmachtspaß

Warum verreist du allein?
Naja, es war mein Traum nach dem Abi nach Australien zu gehen. Und nicht mal eben so für zwei Wochen sondern länger. Also ist die Idee entstanden, dort als Au Pair anzufangen und dann mit dem verdienten Geld das Land zu erkunden. Da hat es einfach keinen Sinn gemacht mit jemand anderen hinzufliegen. Und als Australien abgehakt war, ging es weiter nach Neuseeland - wenn man einmal da unten ist, kommt man da ja irgendwie nicht dran vorbei. 
Und um ehrlich zu sein, war ich gar nicht allein. Zumindest habe ich mich nie allein gefühlt. Klar, ich saß alleine im Flieger, aber von der Landung an habe ich neue Leute getroffen. Zuerst meine Gastfamilie und dann immer neue Freunde. Spontan mal ans Meer? Alleine Couchsurfing in Tasmanien. Mal eben quer durch Neuseeland. 
Ich finde alleine, lernt man das Land und die Leute - egal ob Einheimische oder Reisende - viel besser kennen.


Ist unterwegs etwas anders?
Ja! Man ist auf sich alleine gestellt. Man kann alles tun, was man will. Aber man muss sich auch entscheiden. Ich hasse es Entscheidungen zu treffen und berate mich gerne mit anderen, um am Ende ihnen die Entscheidung zu überlassen. Ist ja auch viel einfacher - wenn was schief geht, kann man denen ja alles in die Schuhe schieben. Wenn man aber nur sich, seinen eigenen Kopf und das eigene Herz hat, um alles zu entscheiden, geht das nicht. Weiter nach Asien oder doch lieber nach Hause zu den Liebsten? Hunderte von Dollar für Skydiving ausgeben oder sparen und von dem Geld den nächsten Flug bezahlen? ... Und wenn dann wirklich irgendwas schief geht, sei es, dass ein Zyklon alles verwüstet und die Weiterreise unmöglich macht, das Konto plötzlich sehr leer aussieht, weil man sich in der Planung vertan hat oder man die Flüge falsch bucht und plötzlich ein paar Tage länger in Tasmanien bleiben muss - ohne Unterkunft, dann kann man nur sich selber ärgern. Und alleine nach Lösungen suchen. 
Außerdem kommt man, viel besser mit anderen ins Gespräch und findet viel leichter Gleichgesinnte. Das ist eigentlich das Beste! 


Achtest du auf andere Dinge?
Vorher bin ich eigentlich immer mit meinen Eltern oder mit engen Freunden verreist. Und meistens blieben wir dann an einem Fleck. Typisch deutsch eben. Als ich alleine gereist bin, wollte ich vor allem eines - nun ja: Reisen. Vielleicht nicht jeden Tag an einem anderen Ort, aber so ähnlich. 
Ich achte auch mehr auf die schönen Dinge. Wenn sonst meine Mama die Fotos geschossen hat, dann bin ich jetzt ja dafür zuständig. 

Was ist das Schöne daran, alleine zu reisen?
Manches habe ich ja schon unter den anderen Fragen erwähnt. Man kann machen, was man will. Man wächst an seinen Aufgaben. Man ist frei.
Ich finde es auch schön mit Freunden oder Familie zu verreisen. Aber dieses Gefühl der Freiheit, welches manchmal auch sehr beängstigend sein kann, ist einfach das Schönste überhaupt.


So, das war mein Beitrag und wer heute noch Zeit hat, kann gerne mitmachen. Die besten Artikel werden in einem kleinen eBook zusammengefasst! Und Sissi freut sich bestimmt auch! :)

Blogparade Packe Deine Tüte! #BloggerFuerFluechtlinge #PackeDeineTuete

Nach neuesten Schätzungen können bis Jahresende 1,3 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland kommen. In Worten: Eins Komma Drei Millionen! Mein beschauliches Sachsen - Anhalt hat gerade mal 2 Millionen Einwohner. 

Diese krasse Zahl kann man sich als Normalo, glaube ich, gar nicht so vorstellen. Und all diese Menschen brauchen unsere Hilfe! Ich rede hier von all den Kriegsflüchtlingen aus Syrien, Irak, Afghanistan und so weiter. Menschen, die ihre Familien, ihren Beruf und ihr zu Hause aufgeben mussten. Quasi ihr Leben zurück lassen mussten, um ein neues zu starten, welches mit tausenden Hürden, abertausenden Schritten und hunderten Ängsten beginnt. 

Ich weiß nicht, wie es euch geht, doch ich kann mir diese Last und diese Verzweiflung nicht im geringsten Vorstellen. Ich finde es gut, dass Deutschland hilft, auch wenn zum Zeitpunkt die Grenzkontrollen wieder eingeführt wurden - irgendwie waren wir ja auf so einen Ansturm nicht vorbereitet. Wie auch?

Wie gesagt, ich komme aus Sachsen - Anhalt. Eines der Bundesländer, welches seit Monaten für Negativ - Schlagzeilen sorgt. Ein Brandanschlag hier, ein Brandanschlag dort, mittendrin Anpöbelungen, Beleidigungen und Tritte. Doch all das geschieht von einer Minderheit aus, die noch lernen müssen, dass Fremde keine Feinde sind. Viele von uns Deutschen helfen. Und da bin ich sehr stolz hier zu sein und all die Solidarität zu sehen. #Refugeeswelcome

Eine Lehrerin und auch vor einigen Tagen Radio Brocken hatten die Idee Schülern bzw Hörern ein ganz bestimmte Frage zu stellen. Und nun stelle ich sie mir und gebe sie weiter an euch.

Stell dir vor, Du kommst aus einem Kriegsland wie Syrien und du musst flüchten. Du hast nur eine einzige Plastiktüte, die Du mitnehmen kannst - Was packst du da hinein?

Ich habe damals die Umfrage geholt und bei manchen Antworten bekam ich Gänsehaut - bei anderen Wut.
Eine junge Mutter mit Kinderwagen antwortete zum Beispiel, dass sie natürlich Babysachen und Windeln mitnimmt, Nahrung für ihr kleines Mädchen - sie nimmt ja natürlich die Kleine mit - ihr Smartphone, Papiere, Geld. Dann sagte sie, während sie auf ihre Einkaufstüte voller Essen schaute, dass mehr in so eine Plaste Tüte ja gar nicht reinpasse. Danach sah sie nachdenklich auf ihr Baby und sagte "Vielleicht noch warme Klamotten, schließlich kommt ja bald der Winter."

Ein junges Mädchen antwortete mir, sie wolle ihren MP3 - Player, Cds und ihren Discman mitnehmen. Auf die Frage "Warum?" kam, dass sie gerne Musik höre. Auf dem Schlauchboot nach Kos kurz vorm Kentern oder was? Das Mädchen, vielleicht 17, hatte meiner Meinung nach, noch nicht ganz verstanden, was es heißt, fliehen zu müssen und alles zu verlieren. Doch vielleicht erreiche ich dich ja hiermit und du kannst dir nochmal überlegen, was es an überlebenswichtigen oder dringenderen Dingen gibt. Ich bin mir sicher, dass du das kannst.

Und hier kommt nun meine Antwort, was ich in meine Flucht - Tüte packen würde, müsste ich aus Deutschland fliehen.

  1. Smartphone (+ Ladekabel)
  2. Reisepass
  3. mein restliches Geld
  4. eine wiederverwendbare Wasserflasche
  5. Verbandszeug, Pflaster
  6. Tabletten gegen Durchfall und Fieber
  7. Brot
  8. ein Familienfoto
Ich glaube, es ist klar, warum das Smartphone an erster Stelle steht. Natürlich möchte ich versuchen, mit den Daheimgebliebenen im Kontakt zu bleiben. Oder noch viel wichtiger: Falls ich von meinen mitflüchtenden Verwandten oder Freunden getrennt werde, um raus zufinden, was mit ihnen passiert ist und wo sie sind. Außerdem ist es auch überlebenswichtig, um zuwissen was es aktuell für Neuigkeiten und Änderungen im Bezug auf den Krieg, Flucht und Asyl gibt. 

Reisepass und Geld brauch ich nicht weiter zuerklären, das ist ja klar. Mit gültigen Papieren ist das Asylverfahren ja um einiges vereinfacht. 

Und ab da könnte ich vielleicht schon meine Tüte zu machen, aber noch ist Platz. Also kommen auch eine Wasserflasche, Medikamente und Verbandszeug mit - schließlich ist so eine Flucht unberechenbar und gefährlich. 

Das Brot wäre für die ersten Tage.

Und gut, das Foto ist an sich nicht wichtig zum Überleben, aber so ein Stück Vergangenheit und Familie bräuchte ich einfach. Das könnte ja aber auch auf dem Smartphone gespeichert sein. 


Als nächstes sind mir warme Klamotten, Unterwäsche und eine Zahnbürste eingefallen - doch das passt nicht mehr in die Tüte.

Und nun seid ihr dran:
Packe deine Tüte! Ich möchte einfach für mehr Verständnis für Flüchtlinge sorgen und vor allem mit dem Vorurteil brechen, dass sie alles in den Arsch geschoben bekämen. Sie kriegen ihre Handys nicht vom Staat, sie fallen auch nicht vom Himmel, es ist einfach die letzte Verbindung zur Familie und Hoffnung. 

Mitmachen kann jeder, egal ob als Post, bei twitter oder Instagram. Tagged mich und kommentiert hier unter diesem Post. Wenn ihr weder einen Blog habt, noch in Social Media Kreisen unterwegs seid, dann könnt ihr auch einfach in den Kommentaren schreiben oder schreibt mir eine E - Mail und ich veröffentliche sie dann in euren Namen.

#BloggerFuerFluechtlinge #PackeDeineTuete Verwendet diese Hashtags, damit ich eure Beiträge finden kann. Ich bin gespannt.

Da es sich ja um keine normale Blogparade handelt, gibt es auch kein Enddatum. Ich möchte einfach nur ein Nachdenken auslösen und wissen, was ihr einpacken würdet.

Unter Blogger für Flüchtlinge findet ihr noch weitere Posts, Blogparaden und Infos zum Spenden.