Wie wird man eigentlich Au pair?


·        Wo soll es denn hingehen? – Land überlegen

Vielleicht mögen das einige ein bisschen anders sehen, aber meiner Meinung nach ist es eine der ersten Aufgaben der zukünftigen Au Pair sich das Zielland auszusuchen, denn jedes Land hat seine eigenen Bestimmungen und Vorgehensweisen, wenn es um ausländische Arbeitnehmer geht. In den meisten europäischen Ländern braucht man als Europäer zum Beispiel kein Visa, aber für Australien (Visum) und Neuseeland ist ein Working Holiday Visum unumgehbar. Genau dasselbe gilt auch oder noch viel strenger für die US-Staaten.
Für mich stand schon vor einigen Jahren fest, dass ich nach Australien gehen möchte, aber die Entscheidung sollte man auf keinen Fall über Nacht gefällt werden, schließlich lebt man in diesem Land für einige Monate und sollte sich so wohl wie möglich fühlen.
Wenn man sich für ein Land in Europa entscheidet, ist es zum einen relativ einfach seine Familie und Freunde zu besuchen oder besucht zu werden. Aber andererseits ist so ein Au Pair Jahr natürlich eine super Gelegenheit den Blick über den Tellerrand zu wagen, mutig zu sein und in die Ferne zu gehen. Wann bekommt man denn nochmal so eine gute Chance sich nicht um Essen und Unterkunft sorgen zu müssen und dabei ein tolles und fremdes Land kennen zulernen, wie man es anders kaum erleben kann.
Diesen Schritt solltet ihr ca 1 Jahr vorher abgeschlossen haben, dann kann nichts schief gehen, aber es klappt meistens auch wenn ihr 3-6 Monate vorher anfangt.

·        Organisation, AuPair World oder doch über Facebook?

Ist die Frage Wohin? geklärt geht es gleich weiter mit wichtigen Entscheidungen. Geht man auf Nummer sicher und sucht sich eine Au Pair Organisation oder findet man seine passende Gastfamilie durch die online Agentur Au Pair World oder versucht man es ganz unkompliziert über die zahlreichen Au pair & Hostfamily Facebookgruppen? Auch diese Entscheidung sollte wohldurchdacht sein, damit es am Ende keine böse Überraschung gibt.
In Amerika muss es zum Beispiel über eine Au Pair Organisation gehen, ansonsten ist es illegal.
Die zwei größten Agenturen sind iSt und AIFS. Ich bin mit iSt nach Australien und habe es bis jetzt keine Sekunde bereut. Orientierungstage, wie es bei anderen Organisationen oder Ländern üblich ist, hatte ich nicht, aber sie haben mir auch nicht gefehlt.

Über AIFS kann ich nicht viel sagen, aber wie es bei iSt für Australien abläuft, kann ich euch erzählen. Doch wundert euch nicht selbst bei derselben Organisation kann es von Land zu Land Unterschiede geben, was bestimmt an den Partnerorganisationen liegt. Solch eine Organisation kostet aber natürlich einiges an Geld, doch man kann sich sicher sein, dass die Familien auch wirklich reale Personen sind, die einen nicht übers Ohr hauen und wenn es doch Probleme geben sollte im Gastland oder auch noch in Deutschland helfen sie einem umgänglich und suchen auch eine zweite Familie, sollte es mit der ersten wirklich nicht funktionieren.

Au Pair World ist nach eigenen Angaben die führende online Agentur und viele Au Pairs, die ich so kennen gelernt habe, haben ihre Familien mit dieser Website gefunden. Hier geht die Anmeldung sehr schnell und einfach. Ihr legt euch ein Profil an mit all euren Angaben und Wünschen, schreibt dann noch ein bisschen darüber, warum ihr Au Pair werden wollt und schon seid ihr für Familien sichtbar. Stimmen eure Angaben und der gewünschte Zeitraum mit denen von Familien überein, dann findet ihr diese im "Easy Finder" und ihr Profil anschauen und gegebenenfalls kontaktieren. Dieser Service ist kostenlos.

Solche Garantien hat man, wenn man sich bei Facebook auf die Suche macht logischerweise nicht, dafür ist es aber kostenlos und auch Last-Minute Au Pairs können hier schnell und einfach Gastfamilien finden. Sucht euch einfach die passende Gruppe raus zb Au Pairs in Australien und postet eure Anfrage mit allen Infos über euch und eure Qualifikationen.

·        Erfahrungen sammeln

Aber egal wie ihr eure Familie sucht, Erfahrungen in der Kinderbetreuung sind unabdingbar. Wer überlässt seine Kinder schon Unerfahrenen? Niemand, logisch. Das heißt jetzt aber nicht, dass ihr eine fertige Kindererzieherausbildung absolviert haben müsst, ganz im Gegenteil. Praktika in Kindergärten oder Horts sind eine einfache Möglichkeit Referenzen zu bekommen. Meistens werden übrigens mindestens zwei verschiedene verlangt, mehr sind natürlich immer gut. Auch wenn ihr in eurem Verein Kinder trainiert, bei Jugendreisen Kinder betreut oder babygesittet habt, alles zählt und alles wird euch helfen die passende Familie von euch zu überzeugen.

Außerdem könnt ihr bei solch einem Praktikum im Kindergarten auch erstmal sehen, ob der Job überhaupt etwas für euch ist, denn Kinderbetreuung ist nichts, was man so einfach aus dem Ärmel schüttelt. Denkt dran: Es ist nicht so, wie beim Babysitten, dass ihr die Kids nach 1-2Stunden wieder abgebt, ihr seid mit den Kids den ganzen Tag zusammen und könnt nicht mal sagen „Nö, heut hab ich kein Bock auf die Wänzter!“ und im Bett liegen bleiben.

Au Pair zu sein ist ein sehr verantwortungsvoller Job, der einem manchmal den letzten Nerv raubt und die Eltern zählen auf einen. Vertrauen ist einer der wichtigsten Bausteine zwischen Gastfamilie und Au Pair. Also seid so erfahren wie möglich.

·        Unterlagen zusammenstellen und nötigenfalls abschicken

Viele Organisation und Familien erwarten eine Bescheinigung für einen absolvierten Erste-Hilfe-Kurs und eine ärztliche Bescheinigung, dass ihr gesundheitlich fit seid für dieses Abenteuer. 
Sollte es nach außerhalb Europa gehen, dann ist auch ein internationaler Führerschein von Vorteil, auch wenn nicht jede Familie erwartet, dass die Au pair Auto fährt.

Nun sollte man sich auch darüber Gedanken machen, warum möchte ich Au Pair sein? Was sind meine Fähigkeiten und Besonderheiten? Warum braucht die Familie gerade mich? Denn genau solche Fragen müssen bei vielen Organisationen und bei Au Pair World beantwortet werden und die Antworten sind auch für die Familien bei Facebook interessant, zeigen sie doch, wie die Bewerberin so tickt.
Macht ihr es über iSt dann kriegt ihr alles, was sie brauchen, per E-Mail zu geschickt und bis zu einem bestimmtem Datum muss alles ausgefüllt an sie zurückgesendet werden. Aber keine Sorge ihr habt genug Zeit.

·        Glückwunsch! Die ersten Familien haben geantwortet

Dann beginnt das Warten. Ich weiß nicht, wie schnell es bei anderen Organisationen geht, oder wenn man es ohne macht, aber ich hatte meine Unterlagen im November abgeschickt und erst im Mai, also 3Monate bevor ich los wollte, gab es die ersten Familienvorschläge. Das liegt aber natürlich auch daran, wie dolle man die Familiensuche eingeschränkt hat oder wie gut die Referenzen sind. Doch wenn dann endlich der erste Vorschlag im Posteingang ist, dann kann man schon mal vor Freude durch das Haus springen und tanzen. Danach schreibt man am besten eine „Hello-Mail“ an die möglichen Gasteltern, stellt sich nochmal kurz vor und bedankt sich für die Anfrage mit dem Angebot zum Skypen.
Doch seid bitte nicht enttäuscht, wenn ihr euch wahnsinnige Mühe gegeben habt in dieser Hello-Mail und dann nichts zurück kommt. Leider scheint es Gang und Gebe zu sein, dass man den Au Pairs, die man nicht möchte, einfach nicht mehr antwortet, manchmal sogar nach wiederholtem Nachfragen nicht. Ich hatte zum Beispiel 5 Anfragen, aber nur 1 (meine jetzigen Gasteltern) haben sofort reagiert und andere erst nachdem sie sich schon für eine andere Au Pair entschieden hatten.  

·        Tipps für das Skype-Interview

Hurra! Der Skypetermin steht fest. Das ist super und macht einen natürlich total nervös. Wie bei jedem Vorstellungsgespräch solltet ihr natürlich pünktlich vorm Computer sitzen und vor allem gepflegt aussehen. Aber das gute ist: Die Gasteltern sind auch nur Menschen und ihr braucht euch nicht stocksteif verstellen, denn der Schwindel fliegt früher oder später eh auf (ich meine, hallo? Ihr wohnt bei ihnen.) und dann ist es zu spät. Die Chemie muss passen und das ist das, worauf es bei diesem Skypegespräch ankommt. Deswegen mag ich auch das Wort „Interview“ in diesem Zusammenhang nicht, denn es ist mehr ein hin und her, als das du eine perfekte Antwort brauchst. 

Aber Vorbereitung ist natürlich trotzdem alles. Überlege dir wichtige Fragen, die du noch wissen möchtest und halte ein paar Stichpunkt über dich und deine Fähigkeiten bereit, damit du nicht erst dann darüber nachdenken musst und dich dann vielleicht auch noch wegen der anderen Sprache total verhaspelst. Im Internet gibt es auch viele Seiten, darüber, was die Gasteltern dich alles fragen könnten.

·        DIE Zusage

Manche Gastfamilien sagen dir vielleicht schon am Ende des ersten Skypegesprächs, dass sie dich haben wollen oder eben nicht. Doch die meisten wollen öfter skypen oder noch ein paar mehr E-mails schreiben, schließlich stehen sie ja mit mehreren Au Pair im Kontakt.

Und auch du solltest dir genug Zeit nehmen, zum Nachdenken welche Familie die Richtige für dich ist. Immerhin wohnst du mit ihnen für einige Monate zusammen und diese Zeit soll ja eine tolle werden und nicht durch Konflikte geprägt.

Wenn dann beide Seiten zugesagt haben, ist das wichtigste geschafft und nun kannst du endlich deinen Flug buchen.

·        Tipps für ein passendes Gastgeschenk

Der Abflugtermin rückt immer näher und nun scheint die schwerste Frage jeder zukünftigen Au Pair zu sein: Was schenke ich meiner Gastfamilie?? Auch ich hatte anfangs überhaupt keinen Plan, doch am Ende habe ich gute Lösungen gefunden.

Für die Kids würde ich jeweils eine Kleinigkeit empfehlen, die dem Alter und Vorlieben des Kindes entspricht und zudem auch leicht und nicht zu groß ist, es muss ja alles in den Koffer passen. Die Gasteltern freuen sich eigentlich immer über etwas Kleines aus der Heimat. Ein Buch über die Region, in der man lebt, oder ein Kalender. Auch eine Spezialität aus der Heimatstadt kommt gut an, dabei aber immer auf die Einfuhrbestimmungen achten!

·        Koffer packen & los geht das Abenteuer